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Basiswerte in der Finanzwelt - Was sich dahinter verbirgt

Vor dem Investment beachten

Erst informieren, dann investieren: Wie Käufer etwa vor dem Erwerb einer Immobilie oder eines Autos, so verfahren Anleger an der Börse vor einem Investment. Für sie gilt es, sich erst einmal über interessante Basiswerte möglicher Geldanlagen für ihr Depot kundig zu machen. Und davon gibt es jede Menge.

Der Basiswert (Englisch: Underlying) ist ein Wertobjekt, das Geschäften wie Optionen, Optionsscheinen oder beispielsweise Zertifikaten zugrunde liegt. Die Bandbreite an Basiswerten ist groß. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Aktien
  • Indizes
  • Devisen
  • Festverzinsliche Wertpapiere
  • Schuldverschreibungen (Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Wandelanleihen)
  • Derivate
  • Swaps
  • Commodities (u.a. Waren wie etwa Zucker, Rinder, Kartoffeln oder Getreide sowie Rohstoffe wie Rohöl, Erdgas, Strom, Edelmetalle, Kupfer und Eisen)

Einige Beispiele: Kauft man eine Option auf Aktien einer Autofirma, ist der Basiswert die Aktie der jeweiligen Autofirma. Entscheidet man sich für ein DAX-Future, ist der Index DAX der Basiswert. Fällt die Wahl auf ein Rohstoff-Zertifikat, etwa Gold, ist der Rohstoff der Basiswert.

  • Wissens-Check 1: Was sind Derivate? Derivate sind keine eigenständigen Anlageinstrumente, sondern Rechte, deren Bewertung vornehmlich aus Folgendem abgeleitet ist: dem Preis und den Preisschwankungen sowie Erwartungen eines Basisinstruments, zum Beispiel Aktien und Anleihen. Zu den Derivaten werden alle Arten von Optionen und Futures gezählt. Auch Zertifikate und Optionsscheine werden als Derivate bezeichnet. Weitere Informationen finden Sie in unserem Börsen-Lexikon.

Basiswert und Volatilität

Ein Basiswert unterliegt im Laufe der Zeit Schwankungen. Das Maß dafür ist die Volatilität. An ihr misst sich, welche Risiken der Basiswert hat.

  • Wer als Anleger Aktien ins Depot legt, muss mit mehr oder weniger starken Schwankungen rechnen. Bei einem Gewinn sind hohe Renditen möglich. Ähnlich läuft es, wenn beispielsweise eine Währung den Basiswert Ihrer Optionen, Optionsscheine oder Zertifikate bildet.

Andere Basiswerte wie Rohstoffe, Indizes oder Anleihen haben in der Regel unterschiedliche Volatilitäten. Somit können mit den unterschiedlichen Basiswerten auch unterschiedliche Risiken verbunden sein.

Beispiel: Rohstoff als Basiswert

Als Anleger können Sie sich beispielsweise für an der Börse gehandelte Rohstoffe oder Edelmetalle als Basiswert entscheiden und in sogenannte Exchange Traded Commodities (ETCs) investieren. Damit haben Sie die Option, an der Preisentwicklung von Rohstoffen zu partizipieren. Wer in seinem Depot die Risiken streuen will, kann Rohstoffe etwa einem Portfolio aus Aktien und Anleihen beimischen. Basiswerte eines ETCs können beispielsweise Erdöl oder auch Gold sein.

  • Wissens-Check 2: ETC? Wer nur in einen Rohstoff investieren möchte, für den ist ein ETC die richtige Wahl. ETCs gibt es nicht nur auf Rohstoffe, sondern etwa auch auf Industriemetalle, Erdgas und Lebendvieh. Ein ETC ist eine Schuldverschreibung des ETC-Anbieters. Meldet er Insolvenz an, ist das in ein ETC investierte Kapital kein Sondervermögen, das geschützt ist.

Zu guter Letzt: Das Wetter als Basiswert

Es gibt Basiswerte, die nicht physisch greifbar sind. Dazu zählen Finanzinnovationen wie die Wetterderivate. Bei ihnen ist der Basiswert die Niederschlagsmenge oder auch die durchschnittliche Tagestemperatur.

Um es vorwegzunehmen: Sogenannte Wetterderivate sind in aller Regel nichts für private Anleger. Aber vielleicht interessiert es Sie ja, was sich hinter der Sache überhaupt verbirgt?

  • Ein Beispiel: Ein Obstbauer baut in Deutschland Kirschen an. Um eine vernünftige Ernte einzufahren, braucht er in der Blütezeit gutes Wetter und keinesfalls Temperaturen unter 16 Grad. Je öfter die Temperaturen in der Blütezeit unter 16 Grad liegen, desto geringer fällt die Erntemenge aus. Der Obstbauer schließt nun mit einer Bank oder einem Versicherer ein sogenanntes Wetterderivat ab, um sein betriebswirtschaftliches Risiko zu minimieren. Der Deal sieht so aus: An Tagen, an denen in der Blütezeit die Temperaturen unter 16 Grad liegen, bekommt der Obstbauer Geld von der Bank oder dem Versicherer. Für diesen Vertrag zahlt er eine Prämie.

Tagestemperaturen, Niederschlagsmengen oder Schneehöhen – das alles ist im wirtschaftlichen Sinne nicht handelbar. Wodurch sich Wetterderivate von anderen derivativen Geschäften, aber auch von Basiswerten wie Aktien oder Rohstoffen stark abheben. Schwankungen des Marktpreises im klassischen Sinne gibt es nicht. Stattdessen erfolgen Wertschwankungen ausschließlich aus Daten vergangenheitsbezogener Wetterdaten.

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