Carsten Brzeskis Blog

Unser Chefvolkswirt äußert sich kurz und prägnant zu aktuellen volkswirtschaftlichen Entwicklungen und Ereignissen. Die konjunkturellen Entwicklungen in Deutschland und Europa, Entscheidungen der Zentralbanken sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten bilden dabei die Schwerpunkte seiner Kommentare.

Carsten Brzeski

Chefvolkswirt

Seit März 2013 ist Carsten Brzeski Chefvolkswirt für Deutschland und Österreich der ING. Er ist seit Anfang 2008 Mitglied des Research Teams der ING Bank und anerkannter Experte für wirtschaftliche und politische Entwicklungen in Deutschland und Europa, einschließlich der Geldpolitik der EZB.
 

E-Mail: carsten.brzeski@ing.de

 

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Chart of the Week | 02.06.2017

Was wäre der Beginn des Sommers ohne kriselnde Beziehungen? Spekulationen um Neuwahlen in Italien schon in diesem Herbst, wieder einmal anstehende Diskussionen um einen Schuldenerlass für das immer noch geplagte Griechenland und eine Erschütterung der globalen Weltordnung im Zuge des G7-Gipfels dürften auch diesem Sommer die gewisse Würze verleihen. Gerade die Spannungen zwischen den USA und vielen anderen Ländern könnten uns einen heißen Sommer bescheren.

Chart of the Week | 12.05.2017

17:50 an einem Montag in den 1980er Jahren. Mit Fingerschnipsen und der sonoren Stimme von Hauptdarsteller Lee Majors setzt im ZDF die Titelmelodie der US-Serie „Ein Colt für alle Fälle“ ein. Der hauptberufliche Stuntman Colt Seavers jagt im Nebenjob Kautionsflüchtlinge und macht den Beruf des „Bounty Hunter“ hierzulande bekannt. Tatsächlich springen aber Kopfgeldjäger üblicherweise nicht von Hochhäusern. Wenn es gerade keine Kautionsflüchtlinge zu jagen gibt, verdienen sich viele von ihnen eine andere Art von Kopfgeld.

Chart of the Week | 05.05.2017

Am Sonntag geht es in die letzte Runde der französischen Präsidentschaftswahl. Auch wenn der sozialliberale und unabhängige Kandidat Emmanuel Macron in den Umfragen nach wie vor über eine komfortable Mehrheit verfügt, sind immer noch um die 20 % der Wähler unentschlossen, zudem gilt es, die Wähler der ausgeschiedenen Präsidentschaftskandidaten zu mobilisieren. Und auch die letzte Fernsehdebatte hatte etwas Unvorhergesehenes, gegenseitige verbale Attacken und mitunter wenig Präsidiales bestimmten die letzten Tage des Wahlkampfs. Nichtsdestotrotz hat sich an den Märkten das Credo manifestiert, Macron habe die Debatte und somit auch den Einzug ins Präsidentenamt am Sonntag gegen Marine Le Pen gewonnen.
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Die wahre Schicksalswahl für Europa

Das Wort Schicksalswahl hatte in den letzten Jahren Hochkonjunktur in Europa. Etliche Wahlen in Griechenland, aber auch in Portugal, Spanien und Italien, das Brexit-Referendum vom letzten Jahr und dann das aktuelle Superwahljahr. Immer wieder sind nationale – und manchmal sogar regionale Wahlen – sogenannte Schicksalswahlen für Europa. Im Vorfeld hieß es dann gerne, dass die Wahlen richtungsweisend für Europa und die Währungsunion seien. Interessanterweise hat sich die Richtung Europas trotz unterschiedlichster Wahlergebnisse danach nie schlagartig verändert. Was noch nicht ist, kann allerdings schneller werden als man denkt. Sicherlich, da Europa am kommenden Sonntag seine erste wahre Schicksalswahl bekommt.

Chart of the Week | 26.04.2017

Seit nicht ganz einem Jahr ist es Gewissheit: Die Eurozone wird sich langfristig von ihrer größten Banknote, dem 500-Euro-Schein, verabschieden. Am 04.05.2016 beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank, dass ab Ende 2018 keine neuen 500er mehr ausgegeben werden. Im Umlauf befindliche Banknoten behalten bis auf weiteres zusammen mit den übrigen Euroscheinen der ersten Serie ihre Gültigkeit und können zeitlich unbegrenzt bei den nationalen Notenbanken wie der Bundesbank eingetauscht werden. Begründet wurde dieser Schritt mit der Bedeutung des Geldscheins für illegale Aktivitäten.

Chart of the Week | 21.04.2017

Zurück aus den Osterferien wartet die Welt gleich wieder mit reichlich Überraschungen auf. Während der IWF seine Jahresprognose für die Weltwirtschaft leicht angehoben hat, sind die zahlreichen politischen Unsicherheitsherde jedoch nicht weniger geworden: Neuwahlen in Großbritannien, das Türkei-Referendum, geopolitische Spannungen zwischen Trump und Nordkorea und die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl halten die Märkte in Atem. Einer dieser Unsicherheitsherde zeigt sich am Sonntag, dann wenn die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl ansteht.

Chart of the Week | 07.04.2017

Durch niedrige, teilweise sogar negative Zinsen und die über ein Anleihekaufprogramm zusätzlich in den Markt fließende Liquidität will die Europäische Zentralbank Konsum und Investitionen ankurbeln, um der Preisentwicklung nachhaltig auf die Sprünge zu helfen. Dies soll unter anderem dadurch passieren, dass durch die niedrigen Zinssätze das Sparen von Geld gegenüber den Alternativen „Konsum“ und „Investition“ an Attraktivität verliert. In einer Umfrage unter fast 15.000 Konsumenten in 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA konnten wir feststellen, dass die EZB hiermit auch Erfolg hat.