Unser Chefvolkswirt äußert sich kurz und prägnant zu aktuellen volkswirtschaftlichen Entwicklungen und Ereignissen. Die konjunkturellen Entwicklungen in Deutschland und Europa, Entscheidungen der Zentralbanken sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten bilden dabei die Schwerpunkte seiner Kommentare.
Carsten Brzeski
Chefvolkswirt
Seit März 2013 ist Carsten Brzeski Chefvolkswirt für Deutschland und Österreich der ING. Er ist seit Anfang 2008 Mitglied des Research Teams der ING Bank und anerkannter Experte für wirtschaftliche und politische Entwicklungen in Deutschland und Europa, einschließlich der Geldpolitik der EZB.
Gerüchte um ein vorzeitiges Ende der Amtszeit von EZB-Präsidentin Lagarde gab es schon länger. Nun herrscht Gewissheit: Statt zum regulären Ablauf ihrer Amtszeit im Oktober nächsten Jahres wird sie schon im Februar aus dem Amt scheiden. Im Gespräch mit Sebastian Franke analysiert Carsten Brzeski diese Personalie, geht aber natürlich auch auf die davon etwas überschattete Ratssitzung der Europäischen Zentralbank ein, auf der entschieden wurde, die Leitzinsen unverändert zu lassen.
Das favorisierte Instrument der EZB zur Steuerung der wirtschaftlichen Aktivität ist der Leitzins – der in dieser Woche unverändert geblieben ist. Die Ergebnisse des jüngsten Bank Lending Survey der Zentralbank zeigen allerdings, dass die Märkte in den vergangenen drei Monaten bereits für restriktivere Finanzierungsbedingungen gesorgt haben. Und dass das nicht nur den Immobilienmarkt trifft.
Frankreich steht im Zentrum der wirtschaftlichen Aufmerksamkeit. Anhaltende Proteste und politische Unsicherheit belasten die Aussichten, während die Kapitalmarktzinsen auf neue Rekordstände gestiegen sind und zunehmend zum Risiko für Wachstum und Staatsfinanzen werden. Unser Chefvolkswirt Carsten Brzeski ordnet im Gespräch mit Franziska Biehl die jüngsten Entwicklungen ein und erklärt, was sie für die Eurozone und die bevorstehende EZB-Sitzung bedeuten. Außerdem geht es um die Ergebnisse des Investitionsgipfels sowie die politische Stimmung in den USA, wo im kommenden Monat die Midterms anstehen.
Frankreich kommt nicht zur Ruhe. Während die Politik über den Staatshaushalt diskutiert, protestieren seit Mitte September tausende junge Menschen für mehr Lehrkräfte, bessere Schulen und mehr Zukunftsinvestitionen. Doch längst geht es bei den Protesten um mehr als Bildung. Die wirtschaftliche Unsicherheit nimmt zu. Die Frage, welcher Planet der jüngeren Generation hinterlassen wird, ist längst keine rein ökologische mehr. Zunehmend stellt sich auch die Frage, in welcher wirtschaftlichen Verfassung sie ihn einst übernehmen wird.
Steigende Zinsen, abnehmende Leistbarkeit und steigende Immobilienpreise. Die jüngsten Entwicklungen am Immobilienmarkt wirken auf den ersten Blick widersprüchlich. Doch wie Franziska Biehl im Gespräch mit Sebastian Franke erklärt, zeichnen sie vor allem das Bild eines Marktes, der zwischen zyklischen Gegenwinden und struktureller Knappheit gefangen bleibt. Unsere Ökonomen werfen einen Blick unter die Oberfläche der jüngsten Entwicklungen und sprechen außerdem über die Gewinner des diesjährigen Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften.
Fast so zuverlässig wie die Debatten über Weihnachtssüßigkeiten im Supermarkt und die Zeitumstellung kehren im Herbst auch die Sorgen über Frankreichs Staatsfinanzen zurück. Und mit ihnen zwei der derzeit meistdiskutierten ökonomischen Fragen: Kommt eine neue Eurokrise? Und wie tief wird die EZB in ihre Werkzeugkiste greifen müssen, um eine breite Ansteckung in der Währungsunion zu verhindern?
Auf seiner letzten Sitzung verlor der Rat der Europäischen Zentralbank dem Protokoll zufolge kein einziges Wort über Frankreich. Das dürfte sich bei der nächsten Sitzung ändern angesichts der Schwierigkeiten, in denen sich der dortige Staatshaushalt befindet, und des zusätzlichen Drucks, den gestiegene Kapitalmarktzinsen ausüben. Im Gespräch mit Sebastian Franke erklärt Carsten Brzeski, was sich sonst noch aus dem gerade veröffentlichten Protokoll herauslesen lässt, und wagt sich sogar an eine Prognose für den Friedensnobelpreis.
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September um 67.000 gesunken und liegt damit wieder unter der Marke von 3 Millionen. Was sich zunächst einmal sehr gut anhört, ist tatsächlich ein eher durchschnittlicher September – der übliche Anstieg der Beschäftigung nach der Sommerpause ist in vergangenen Jahren schon schlechter, aber auch schon besser ausgefallen.
Carsten Brzeski berichtet im Rahmen seiner monatlichen YouTube-Beiträge unter dem Motto „Neues über die Märkte, Neues aus der Wirtschaft“ über aktuelle volkswirtschaftliche Ereignisse und Entwicklungen, Entscheidungen der EZB sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten.
Die Turbulenzen an den globalen Staatsanleihemärkten haben sich in dieser Woche noch einmal verschärft. Während vor allem die Schuldentragfähigkeit Frankreichs die Märkte verunsicherte, profitierte Deutschland überraschend von seinem Status als „sicherer Hafen“. Unser Chefvolkswirt Carsten Brzeski erklärt im Gespräch mit Franziska Biehl, warum dahinter wohl weniger ein struktureller Sonderweg als vielmehr der „Einäugige unter den Blinden“ steckt. Außerdem geht es um die Folgen des jüngsten Renditeanstiegs für die EZB: Muss sie eingreifen? Und muss sie die Zinsen überhaupt noch weiter anheben, wenn die Märkte bereits einen Teil der Arbeit erledigen?