Carsten Brzeskis Blog

Unser Chefvolkswirt äußert sich kurz und prägnant zu aktuellen volkswirtschaftlichen Entwicklungen und Ereignissen. Die konjunkturellen Entwicklungen in Deutschland und Europa, Entscheidungen der Zentralbanken sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten bilden dabei die Schwerpunkte seiner Kommentare.

Carsten Brzeski

Chefvolkswirt

Seit März 2013 ist Carsten Brzeski Chefvolkswirt für Deutschland und Österreich der ING. Er ist seit Anfang 2008 Mitglied des Research Teams der ING Bank und anerkannter Experte für wirtschaftliche und politische Entwicklungen in Deutschland und Europa, einschließlich der Geldpolitik der EZB.
 

E-Mail: carsten.brzeski@ing.de

 

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Keine Angst vor der Netherlantrification

Nichts ist mehr so wie es mal war in der deutschen Politik. Die CSU hat keine Mehrheit mehr in Bayern, die Grünen machen sich auf, die zweitgrößte Partei im Lande zu werden und Angela Merkel hat höchstpersönlich das Ende ihrer langen Karriere eingeläutet. Eine Zeitenwende in der deutschen Politik. Es gibt aber noch mehr. Denn das gesamte Selbstverständnis der deutschen Politik wackelt aufgrund der Tatsache, dass die Parteienlandschaft immer weiter zersplittert. Zerstückelte Parteienlandschaft heißt immer schwierigere Koalitionsbildungen, heißt das Ende von entscheidungsfähigen Regierungen, heißt das Ende einer starken Wirtschaft. Nicht ganz.
Quelle: Deutscher Bundestag, Congressional Research Service, Congressional Salaries and Allowances, April 2018

Chart of the Week | 02.11.2018

Am 6. November stehen in den USA die Midterm Elections an, also die Wahlen der beiden Kammern des Kongresses, die immer in der Mitte der vierjährigen Amtszeit eines Präsidenten stattfinden. Aufgrund ihres Zeitpunkts werden sie als Stimmungsbarometer der derzeitigen US-Politik angesehen, werden aber auch die Weichen für die Wirtschafts- und Handelspolitik in den kommenden zwei Jahren stellen. Doch egal wie die Wahl ausgeht, für eine Gruppe lohnt sich die Wahl auf jeden Fall.
Quelle: World Economic Forum

Chart of the Week | 19.10.2018

In dieser Woche veröffentlichte das World Economic Forum seinen jährlichen Bericht zur globalen Wettbewerbsfähigkeit. Insgesamt 140 Länder wurden erstmals nach einem neuen System in 12 Kategorien bewertet. Hierzulande sorgte der Report zunächst einmal für den einen oder anderen ungläubigen Blick. Aber nicht das deutsche Gesamtergebnis von Platz 3 hinter den USA und Singapur war es, das verwunderte, sondern vielmehr der Spitzenplatz in der Kategorie „Innovationsfähigkeit“ – ist doch insbesondere die alternde Informations- und Kommunikationsinfrastruktur ein häufig vorgetragener Kritikpunkt, wenn es um die sich langsam bessernde Investitionszurückhaltung in Deutschland geht.
Quelle: ING International Survey

Chart of the Week | 05.10.2018

Ob Wohnung, Musik oder Auto – das Teilen von Gegenständen oder Dienstleistungen – bekannt als Sharing Economy – ist inzwischen allgegenwärtig. Dabei wächst bei den deutschen Automobilkonzernen die Sorge, dass sich junge Leute nicht mehr für ein eigenes Auto interessieren. Und tatsächlich interessieren sich gerade junge Leute für das CarSharing, wie unsere Studie „CarSharing: Neuer Zufluchtsort nach Dieselgate?“ zeigt. Sollten Autokonzerne diese Kundengruppe also abschreiben?
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CarSharing: Neuer Zufluchtsort nach Dieselgate?

Während sich vor 10 Jahren gerade einmal 116.000 Nutzer in Deutschland für CarSharing-Dienste registriert hatten, so nutzen mittlerweile über 2 Millionen Menschen dieses Angebot. In Europa hat sich die Anzahl der CarSharing-Nutzer allein zwischen 2016 und 2018 verdoppelt, mittlerweile sind hier fast 12 Millionen Nutzer registriert. Geringe Kosten, eine nachhaltige Transportmöglichkeit und eine flexible Alternative zum eigenen Auto spielen dabei eine wichtige Rolle, wie eine repräsentative Umfrage der ING in 13 europäischen Ländern zeigt.
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ING-DiBa Innovationsindex: Strukturelle Schwächen bekämpfen

Was in der Bundesliga noch nicht gelingt, klappt wenigstens bei unserem Innovationsindex: Berlin ist die Nummer 1. Auch im dritten Jahr unseres Innovationsindex kann Berlin seinen Spitzenplatz verteidigen. Eine starke Gründerszene gepaart mit einer hohen Flexibilität und jungen Leuten sichern Berlin den ersten Platz. Weiterhin klaffen zwischen den Bundesländern und Stadtstaaten jedoch teils große Lücken auf. Nach wie vor schneidet der Osten Deutschlands vergleichsweise schlechter ab. Andere demografische Strukturen und eine geringere Innovationskraft sorgen für hintere Positionen im Ranking. Ein Grund mehr, um die Hightech-Strategie der Bundesregierung voranzutreiben und sich nicht in Nebenschauplätzen zu verlieren. Denn dass sich Investitionen in Innovation schon heute lohnen, beweist Sachsen-Anhalt eindrucksvoll: Gegenüber dem Vorjahresindex hat das östliche Bundesland die größte Steigerung bei der Punktzahl hingelegt.