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Carsten Brzeskis Blog

Unser Chefvolkswirt äußert sich kurz und prägnant zu aktuellen volkswirtschaftlichen Entwicklungen und Ereignissen. Die konjunkturellen Entwicklungen in Deutschland und Europa, Entscheidungen der Zentralbanken sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten bilden dabei die Schwerpunkte seiner Kommentare.

Carsten Brzeski

Chefvolkswirt

Seit März 2013 ist Carsten Brzeski Chefvolkswirt für Deutschland und Österreich der ING. Er ist seit Anfang 2008 Mitglied des Research Teams der ING Bank und anerkannter Experte für wirtschaftliche und politische Entwicklungen in Deutschland und Europa, einschließlich der Geldpolitik der EZB.
 

E-Mail: carsten.brzeski@ing.de

 

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Pressebilder zum Download 

Chart of the Week | 16.06.2017

Nach Exposition, Steigerung und Peripetie befinden wir uns im griechischen Drama wieder einmal in einem der zahlreichen retardierenden Momente. Der Vorhang hebt und senkt sich, das Bühnenbild bleibt jedoch stehen. Die Auflösung des Konflikts – die Komödie – oder der letztliche Untergang – die Tragödie – lässt auch nach Jahren noch immer auf sich warten.
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Auf Zehenspitzen und mit Samthandschuhen

Kommt jetzt die Wende? Nachdem die Politik die Finanzmärkte in den ersten Monaten des Jahres in Atem gehalten hat, übernehmen die Zentralbanken jetzt wieder das Zepter. Vor allem in der Eurozone hat sich unter dem Schleier des drohenden Populismus eine ordentliche positive Konjunkturlage gebildet, die jetzt an die Oberfläche kommt und zu einer wahren Europhorie geführt hat. Mit diesem Aufschwung im Rücken hat die Spekulation über einen möglichen vorzeitigen Ausstieg der EZB aus der ultra-lockeren Geldpolitik wieder zugenommen. Vor allem in Deutschland jubeln viele Experten schon über die bevorstehende Zinswende. Soweit ist es allerdings noch lange nicht.

Crocodile Dundee jagt Frau Antje

Mit einer bemerkenswerten Meldung trat dieser Tage die australische Statistikbehörde ABS an die Öffentlichkeit: Mit einem Wachstum von 0,3 Prozent über die ersten drei Monate des laufenden Jahres hat die australische Wirtschaft nun 103 Quartale ohne Rezession hinter sich gebracht und damit den bisherigen Rekord eingestellt.

Chart of the Week | 02.06.2017

Was wäre der Beginn des Sommers ohne kriselnde Beziehungen? Spekulationen um Neuwahlen in Italien schon in diesem Herbst, wieder einmal anstehende Diskussionen um einen Schuldenerlass für das immer noch geplagte Griechenland und eine Erschütterung der globalen Weltordnung im Zuge des G7-Gipfels dürften auch diesem Sommer die gewisse Würze verleihen. Gerade die Spannungen zwischen den USA und vielen anderen Ländern könnten uns einen heißen Sommer bescheren.

Chart of the Week | 24.05.2017

84% der Deutschen wollen auch in Zukunft nie völlig auf Bargeld verzichten – dies ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der ING-DiBa. In 13 europäischen Ländern sowie Australien und den USA wurden Menschen zu ihren Einstellungen und Gewohnheiten rund um Bargeld, dessen rückläufige Nutzung und die Abwicklung von Zahlungen befragt.

Chart of the Week | 19.05.2017

Die wirtschaftliche Stimmung in der Eurozone ist auf den höchsten Stand seit fast zehn Jahren geklettert und der Wirtschaftsaufschwung wird von nahezu allen Eurozonenländern getragen. Eigentlich rosige Zeiten, wären da nicht geopolitische Turbulenzen und diplomatische Verstimmungen. Neben diesen offensichtlichen Unsicherheitsherden lauert aber noch eine ganz andere Gefahr, die auf den ersten Blick weder sichtbar noch hörbar ist: Cyberattacken.

Chart of the Week | 12.05.2017

17:50 an einem Montag in den 1980er Jahren. Mit Fingerschnipsen und der sonoren Stimme von Hauptdarsteller Lee Majors setzt im ZDF die Titelmelodie der US-Serie „Ein Colt für alle Fälle“ ein. Der hauptberufliche Stuntman Colt Seavers jagt im Nebenjob Kautionsflüchtlinge und macht den Beruf des „Bounty Hunter“ hierzulande bekannt. Tatsächlich springen aber Kopfgeldjäger üblicherweise nicht von Hochhäusern. Wenn es gerade keine Kautionsflüchtlinge zu jagen gibt, verdienen sich viele von ihnen eine andere Art von Kopfgeld.

Chart of the Week | 05.05.2017

Am Sonntag geht es in die letzte Runde der französischen Präsidentschaftswahl. Auch wenn der sozialliberale und unabhängige Kandidat Emmanuel Macron in den Umfragen nach wie vor über eine komfortable Mehrheit verfügt, sind immer noch um die 20 % der Wähler unentschlossen, zudem gilt es, die Wähler der ausgeschiedenen Präsidentschaftskandidaten zu mobilisieren. Und auch die letzte Fernsehdebatte hatte etwas Unvorhergesehenes, gegenseitige verbale Attacken und mitunter wenig Präsidiales bestimmten die letzten Tage des Wahlkampfs. Nichtsdestotrotz hat sich an den Märkten das Credo manifestiert, Macron habe die Debatte und somit auch den Einzug ins Präsidentenamt am Sonntag gegen Marine Le Pen gewonnen.
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Die wahre Schicksalswahl für Europa

Das Wort Schicksalswahl hatte in den letzten Jahren Hochkonjunktur in Europa. Etliche Wahlen in Griechenland, aber auch in Portugal, Spanien und Italien, das Brexit-Referendum vom letzten Jahr und dann das aktuelle Superwahljahr. Immer wieder sind nationale – und manchmal sogar regionale Wahlen – sogenannte Schicksalswahlen für Europa. Im Vorfeld hieß es dann gerne, dass die Wahlen richtungsweisend für Europa und die Währungsunion seien. Interessanterweise hat sich die Richtung Europas trotz unterschiedlichster Wahlergebnisse danach nie schlagartig verändert. Was noch nicht ist, kann allerdings schneller werden als man denkt. Sicherlich, da Europa am kommenden Sonntag seine erste wahre Schicksalswahl bekommt.

Chart of the Week | 26.04.2017

Seit nicht ganz einem Jahr ist es Gewissheit: Die Eurozone wird sich langfristig von ihrer größten Banknote, dem 500-Euro-Schein, verabschieden. Am 04.05.2016 beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank, dass ab Ende 2018 keine neuen 500er mehr ausgegeben werden. Im Umlauf befindliche Banknoten behalten bis auf weiteres zusammen mit den übrigen Euroscheinen der ersten Serie ihre Gültigkeit und können zeitlich unbegrenzt bei den nationalen Notenbanken wie der Bundesbank eingetauscht werden. Begründet wurde dieser Schritt mit der Bedeutung des Geldscheins für illegale Aktivitäten.