Unser Chefvolkswirt äußert sich kurz und prägnant zu aktuellen volkswirtschaftlichen Entwicklungen und Ereignissen. Die konjunkturellen Entwicklungen in Deutschland und Europa, Entscheidungen der Zentralbanken sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten bilden dabei die Schwerpunkte seiner Kommentare.
Carsten Brzeski
Chefvolkswirt
Seit März 2013 ist Carsten Brzeski Chefvolkswirt für Deutschland und Österreich der ING. Er ist seit Anfang 2008 Mitglied des Research Teams der ING Bank und anerkannter Experte für wirtschaftliche und politische Entwicklungen in Deutschland und Europa, einschließlich der Geldpolitik der EZB.
Die schwarz-rote Koalition hat in dieser Woche ein Maßnahmenpaket zur Entlastung der Haushalte von gestiegenen Energiepreisen vorgestellt. Und so sehr wir uns in den vergangenen Wochen bemüht haben zu betonen, dass diese Energiekrise keine Neuauflage von 2022 sein wird – an dieser Stelle wird das nicht gelingen. Sebastian Franke und Franziska Biehl sprechen darüber, wie entlastend die Maßnahmen 2022 wirklich gewirkt haben, und diskutieren die volkswirtschaftlichen Herausforderungen des „Aus-alt-mach-neu“ der Bundesregierung.
Hätte das in dieser Woche beschlossene Spritpreispaket der Bundesregierung einen Soundtrack, wäre es vermutlich „Spielt denselben Song nochmal“ von der Cantina Band. Die Energiesteuer soll temporär gesenkt werden, zudem sollen Unternehmen steuer- und abgabenfreie Bonuszahlungen leisten dürfen. Kennen wir aus 2022. Doch wie erfolgreich waren die Maßnahmen damals und was bedeutet das für etwaige Zweitrundeneffekte der Inflation heute?
Carsten Brzeski berichtet im Rahmen seiner monatlichen YouTube-Beiträge unter dem Motto „Neues über die Märkte, Neues aus der Wirtschaft“ über aktuelle volkswirtschaftliche Ereignisse und Entwicklungen, Entscheidungen der EZB sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten.
Nein, Volkswirte haben keine Glaskugel. Aber sie arbeiten mit Szenarien, wie sich die Lage im Nahen Osten entwickeln könnte. Und die bestimmen maßgeblich, welche wirtschaftlichen Auswirkungen noch auf uns zukommen könnten. Auf starkem Fuße in die neue Energiekrise gestartet ist die deutsche Wirtschaft schon mal nicht, wie unser Chefvolkswirt Carsten Brzeski im Gespräch mit Franziska Biehl erklärt. Das ist allerdings auch ein Grund dafür, warum zweistellige Inflationsraten weniger wahrscheinlich sind als 2022. Außerdem mutmaßen unsere Ökonomen, was das frühe Abpreisen von Schoko-Osterhasen über die generelle Preissetzungsmacht der Unternehmen verraten könnte.
Die Deutschen sind der Meinung, dass es ihnen früher besser ging als heute – und sie sind der Meinung, dass das für das ganze Land in noch deutlich größerem Maße zutrifft.
Mit dem Krieg im Nahen Osten wurde für die wirtschaftliche Erholung die Pausetaste gedrückt – das zeigten die wirtschaftlichen Frühindikatoren dieser Woche deutlich. Sowohl Unternehmen als auch Haushalte schauen weniger zuversichtlich in die Zukunft. Warum wir den Aufschwung dennoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht vollends abschreiben sollten, erklären Franziska Biehl und Sebastian Franke. Außerdem sprechen unsere Ökonomen über die jüngsten Entwicklungen am Immobilienmarkt – und warum auch hier keine große Korrektur, sondern eher ein kurzfristiger Rückschlag zu erwarten ist.
Die Diskussion um die wirtschaftlichen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) hat zuletzt stark an Dynamik gewonnen. Besonders in den USA mehren sich Hinweise darauf, dass KI in einzelnen Branchen bereits zu spürbaren Veränderungen der Tätigkeitsstrukturen führt.
Carsten Brzeski berichtet im Rahmen seiner monatlichen YouTube-Beiträge unter dem Motto „Neues über die Märkte, Neues aus der Wirtschaft“ über aktuelle volkswirtschaftliche Ereignisse und Entwicklungen, Entscheidungen der EZB sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten.
Seit Juni des vergangenen Jahres hatte sich die Europäische Zentralbank an einem „good place“ gesehen – mit einer Inflation, die auf den Zielwert zulief, stabilen Inflationserwartungen und einem im Großen und Ganzen neutralen Zinssatz (auch wenn sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde immer gegen diesen Begriff gewehrt hatte – bis gestern). Doch angesichts des aktuellen Energiepreisschocks verschiebt die EZB den Schwerpunkt ihrer Kommunikation, auch wenn zunächst keine konkreten geldpolitischen Maßnahmen beschlossen wurden. Im Gespräch mit Sebastian Franke führt Carsten Brzeski aus, dass jetzt Handlungsfähigkeit in den Vordergrund gestellt wird, um Zweitrundeneffekte bei der Inflation idealerweise schon abzuwehren, ehe sie entstehen.
Wirtschaftliche Verhandlungsmacht entsteht nicht durch Volumen, sondern durch die Ersetzbarkeit von Schlüsselprodukten. Und Europa spielt im globalen Handel eine weit größere Rolle, als die aktuelle politische Debatte vermuten lässt.