Unser Chefvolkswirt äußert sich kurz und prägnant zu aktuellen volkswirtschaftlichen Entwicklungen und Ereignissen. Die konjunkturellen Entwicklungen in Deutschland und Europa, Entscheidungen der Zentralbanken sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten bilden dabei die Schwerpunkte seiner Kommentare.
Carsten Brzeski
Chefvolkswirt
Seit März 2013 ist Carsten Brzeski Chefvolkswirt für Deutschland und Österreich der ING. Er ist seit Anfang 2008 Mitglied des Research Teams der ING Bank und anerkannter Experte für wirtschaftliche und politische Entwicklungen in Deutschland und Europa, einschließlich der Geldpolitik der EZB.
Wer es noch nicht aus den Medien mitbekommen hatte, wird es spätestens beim Tanken gemerkt haben: Am Persischen Golf wird wieder gekämpft. Mit den Fragen um die Versorgungssicherheit kam auch der Preisanstieg bei Öl und Gas. Nach dem amerikanisch-israelischen Angriff auf Iran ist zunächst einmal unklar, wie es weitergeht. Im Gespräch mit Sebastian Franke ordnet Carsten Brzeski die Reaktion der Märkte ein und erklärt, was verschiedene Szenarien zum Fortgang der Auseinandersetzungen für die Wirtschaft bedeuten würden – auch über den Preis an der Tankstelle hinaus.
In Iran herrscht Krieg – eine humanitäre Katastrophe, deren Auswirkungen weit über die Region hinausreichen. Neben dem unermesslichen menschlichen Leid hat die Eskalation auch wirtschaftliche Folgen: Energiepreise reagieren spürbar, wie der Blick auf die Preise an den Tankstellen leicht sichtbar macht. Auch wenn hier schlechte Erinnerungen wach werden – auf eine Lebenshaltungskostenkrise 2.0 müssen wir uns dennoch nicht einstellen.
Erneute Unsicherheit im Handel mit den USA: Nachdem der Supreme Court, der oberste Gerichtshof der USA, am vergangenen Freitag erklärte, dass die Trump-Regierung mit einer bestimmten Art von Zöllen ihre Kompetenzen überschritten habe, und besagte Zölle damit für nichtig befand, ließ die Reaktion aus dem Weißen Haus nicht lange auf sich warten: Der US-Präsident fuhr scharfe Attacken gegen die Richter, die nicht in seinem Sinne entschieden hatten, und kündigte an, seine Handelspolitik nun einfach mit Zöllen auf anderer gesetzlicher Grundlage fortzusetzen. Im Gespräch mit Sebastian Franke erläutert Carsten Brzeski die Tragweite des Urteils und wie es nun weitergeht mit der nächsten Episode des Trump’schen Zollchaos.
Zölle, Zölle, Zölle… Auch im Jahr 2026 bleibt Handelspolitik der Dauerbrenner im Fernsehprogramm – und in der Weltwirtschaft. Und die neueste Episode liefert eine überraschende Wendung – inklusive eines herben Dämpfers für US-Präsident Donald Trump. Doch wer dachte, das Drama wäre damit vorbei, wurde unmittelbar eines Besseren belehrt.
Carsten Brzeski berichtet im Rahmen seiner monatlichen YouTube-Beiträge unter dem Motto „Neues über die Märkte, Neues aus der Wirtschaft“ über aktuelle volkswirtschaftliche Ereignisse und Entwicklungen, Entscheidungen der EZB sowie Trends an den internationalen Finanzmärkten.
Für die Pressestelle der EZB dürfte es am Mittwoch ordentlich zu tun gegeben haben – denn bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres stellte sich die Frage: Wird Christine Lagarde ihre Amtszeit als EZB-Präsidentin beenden? Carsten Brzeski erklärt im Gespräch mit Franziska Biehl, was hinter den Gerüchten stecken könnte und was das für die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank bedeuten würde. Außerdem werfen unsere Ökonomen einen Blick auf mögliche Kandidaten für die Nachfolge an der EZB-Spitze.
Deutschland hat in den vergangenen Jahren nicht nur wachstumstechnisch stagniert, auch echtes Produktivitätswachstum ist ausgeblieben. Und das soll sich ändern – aktuell soll dazu vor allem an der Arbeitszeit gedreht werden. Doch wie viel Produktivität kann Arbeitszeit wirklich?
Je höher man fliegt, desto dünner wird die Luft – und desto größer wird das Potenzial, nervös zu werden. Genau das beobachten wir seit einigen Wochen an den Kapitalmärkten. Unser Chefvolkswirt Carsten Brzeski diskutiert im Gespräch mit Franziska Biehl die Gründe hinter der neuen Dynamik. Und stellt klar – das Zucken ist noch lange keine Panik. Außerdem sprechen unsere Ökonomen über den EU-Wettbewerbsgipfel. Sollten die EU-Spitzen sich nur schwer auf mögliche Wege hin zu mehr Wettbewerbsfähigkeit einigen können – hier gibt es ein paar sehr gute Ansätze.
Eine neue Studie des IW zeigt die Kosten der Krisen in den letzten Jahren. Aber der Karneval wird trotzdem gefeiert und ist ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor.
Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen wieder unverändert gelassen. Mehr als ein halbes Jahr ist seit dem letzten Zinsschritt im Juni 2025 vergangen. Das bedeutet aber nicht, dass der Zinssenkungszyklus ein für alle Mal beendet ist, wie Carsten Brzeski im Gespräch mit Sebastian Franke erklärt – auch wenn ein Ratsmitglied der EZB erst Ende letzten Jahres angedeutet hatte, dass die nächste Leitzinsänderung sicherlich aufwärts zeigen würde.